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Geschichte

-DAS BRAUCHTUM PFLEGEN - DIE TRADITION ERHALTEN -
DEM SPORT DIENEN-


Die geschichtliche Entwicklung des Deutschen Schützenbundes, wird durch die drei Säulen:
“Brauchtum, Tradition und Sport“ bis in die Neuzeit geprägt.

Die Entstehung der Schützengesellschaften ist eng verknüpft mit dem Aufschwung der mittelalterlichen Städte, die sich gegen die Übergriffe des Adels und der Fürsten schützen mussten.

Damit eine ausreichende Zahl waffengeübter Bürger zur Verfügung stand, förderten die Städte das Schützenwesen durch Verleihung bestimmter Vorrechte an die Gilden wie auch an den besten Schützen, den Schützenkönig. Oft wurden den Schützenkönigen von den Städten für die Dauer ihrer Regentschaft auch die Steuerabgaben erlassen.
Die Schützenfeste, gewöhnlich im Mai auf dem Schützenanger veranstaltet, wurden bald zu echten Volksfesten.

Von der Großartigkeit der Schützenfeste, besonders in den Niederlanden, zeugen große Bilder, wie etwa die “Nachtwache“ von Rembrandt.
Die deutschen Schützengesellschaften gehen bis ins 12. Jahrhundert zurück. In unserer unmittelbaren Nachbarschaft feiert z.B. die Privilegierte Schützengesellschaft Goslar, gegründet im Jahr 1220, in vier Jahren ihr 800 jähriges Bestehen.

In Ihrem Aufbau und Geist glichen die Schützengesellschaften den Handwerkerzünften. Neben der Deutschen Turnerschaft und der Deutschen Burschenschaft erlangen die Schützengesellschaften im 19. Jahrhundert große nationale Bedeutung. Am 11. Juli 1861 schlossen sich die Deutschen Schützengesellschaften in Gotha/Thüringen zum Deutschen Schützenbund zusammen.
Wie kaum ein anderer Sportverband hat es der Deutsche Schützenbund verstanden, Brauchtum und Tradition mit modernem sportlichem Geist in Einklang zu bringen. Ihm ist es zu verdanken, dass die Schützen zu einem wirklichen Bestandteil des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens geworden sind.
Sie bereichern durch ihr Wirken und vor allem durch ihre sportlichen Wettbewerbe unser Leben.

Die Gründungsversammlung der Schützengesellschaft Langelsheim fand auf Basis der in Gotha ausgearbeiteten Satzungen und Regeln für das Deutsche Schützenwesen statt. Ein aus 5 Bürgern bestehendes Komitee hatte mit einem Rundschreiben: Am Schießsport „interessierte Langelsheimer“ aufgerufen, sich in der Pfeifferschen Gaststätte “An der Kalkrösecke“ zwecks Gründung einer Schützengesellschaft zu treffen.
Man hatte sich zum Ziel gesetzt, das Büchsenschießen zu pflegen sowie alljährlich ein Schützenfest zu veranstalten; den Mitgliedern und Langelsheimer Bürgern zur Kurzweil, Freude und Vergnügen. Auch war man überzeugt, das in einem Ort mit ca. 4000 Einwohnern ein Verein der den schönsten Sport, die Schießkunst pflegt, wohl am Platze sei. Sogar einen Platz für einen Schießstand, glaubte man bei der so herrlich gelegenen “Kalkrösecke“ in der Langelsheimer Forst bereits gefunden zu haben.
Diesem Aufruf folgen 32 Männer, meist Handwerksmeister, Kaufleute aber auch Privatpersonen. Mit ihrer verpflichtenden Unterschrift unter das Gründungsprotokoll, wurde am 10. August 1906 die Schützengesellschaft Langelsheim gegründet.

Die Schützen gründen einen Verein und anschließend bauen sie ein Schützenhaus.
-Sinnspruch eines Architekten-

In der Schützengesellschaft Langelsheim war das ebenso, jedoch konnte hier die Möglichkeit genutzt werden, das leerstehende Gasthaus
an der “Kalkrösecke“ käuflich zu erwerben. Zwar klein und fein aber für den Anfang völlig ausreichend.
Der ehemalige Bürgermeister Herr Karl Klages, ein großer Förderer der Schützengesellschaft, hatte nicht nur maßgeblichen Anteil an der Wiedergründung der Jungschützenabteilung im Jahr 1950, auch überreichte er der Schützengesellschaft als Dank für die erfolgreiche Vereinsarbeit und die förderliche Zusammenarbeit mit der Stadt Langelsheim ein Bild des ersten Schützenhauses von 1908.

Schuetzenhaus 1908

In den folgenden Jahren wurde das Haus aufgrund steigender Mitgliederzahlen mehrfach umgebaut und erweitert, und erhielt im Jahr 1924 sogar einen großen Saal. Das Schützenhaus war in all´ den Jahren auch bei der Langelsheimer Bevölkerung sehr beliebt; viele große Familienfeste, Vereinsjubiläen ja sogar Musikfestivals mit 30.000 Besucher über mehrere Tage, wurden dort bis zum Schluss im Jahr 1991 gefeiert.
Ein “Highlight“ der drei Schützenfesttage war schon immer die Proklamation der neuen Schützenkönige. Zur Freude aller, fand diese jedes Jahr auf der so idyllisch gelegenen, schönen Waldbühne an der Kalkrösecke statt.

Um mit der Zeit zu gehen und den kleinen sowie auch großen Festplatzbesuchern entgegen zu kommen, findet das Schützenfest seit Anfang der 70er Jahre in der Stadtmitte statt. Erstmals wird zum Schützenfest 1960 ein Volkskönig ausgeschossen, und zwei Jahre später wird die erste Dame in der Schützengesellschaft zur Königin proklamiert.
Zum 75jährigen Jubiläum im Jahr 1981, das mit viel Enthusiasmus und großer Beteiligung der Bevölkerung gefeiert wurde, spielte zum ersten Mal eine bayrische Kapelle volkstümliche Musik. Dieser damals sehr beliebte Schützenfest Rhythmus wurde über ein Jahrzehnt beibehalten. Erfreulicherweise verbesserten sich auch die sportlichen Leistungen in allen Altersklassen von Jahr zu Jahr, und es verging kaum ein Jahr in dem nicht in einer Abteilung Podiumsplätze bei überregionalen Meisterschaften errungen wurden. Erika Koch und auch Hartmut Richter errangen im Jahr 2001 den Titel eines Landesmeisters, und im Jahr 2003 wurde Erika Koch mit dem Luftgewehr Deutsche Meisterin.

Unmittelbar nachdem in den 80er Jahren am Schützenhaus dringend erforderliche Umbau- und Renovierungsarbeiten abgeschlossen waren, informierte das Straßenbauamt Goslar die Schützen über den endgültigen Verlauf der neuen Langelsheimer Ortsumgehung.
Leider passierte das, was viele Schützen schon befürchtet hatten, das Schützenhaus musste der neuen Straße weichen. Der tatkräftigen Unterstützung vieler Vereinsmitglieder und dem Geschick des Vorstandes, ist es jedoch zu verdanken, das nach nur 9 Monaten Bauzeit und einem Bauvolumen von fast 1 Mio. DM ein neues Schützenhaus einweiht werden konnte.
Einen verlässlichen Partner hatten die Schützen während der gesamten Bauphase in der Stadt Langelsheim, sodass auftretende Probleme gemeinsam und schnell gelöst wurden. Aus diesem Grund gebührt im Nach herein folgenden Herren ein besonderer Dank:

Erich Heine – Rudolf Michels - Hans Bremer – Karl Heinz Niestradt

Inzwischen hat die Schützengesellschaft ca. 170 Mitglieder einschl. einer stattlichen Anzahl Jugendlicher sowie je einer sportlich sehr aktiven Damen- und Herrenabteilung.
Die Schießsportanlage mit Vereinsheim bietet allen Mitgliedern auf 23 modernen Schießbahnen Wettbewerbe für Luftgewehr, Kleikalibergewehr und Pistole an. Einmal im Jahr wird allen Langelsheimer Bürgern die Möglichkeit angeboten, in allen Ständen auf die Volkskönigsscheibe sowie auf Pokale und Ehrenscheiben zu schießen. Und da der Titel eines Volkskönigs in Langelsheim sehr begehrt ist, erfreut sich dieser Wettkampf von Jahr zu Jahr großer Beliebtheit.
Eine ähnlich positive Resonanz besteht bei den Langelsheimer Schützen selbst, denn jeder möchte einmal Schützenkönig bzw. Schützenkönigin werden. Und so kämpfen jährlich im fairen Wettstreit alle Schützen um die nachfolgend genannten Königsehren:

Großer König – Kleiner König – Damenkönigin – Pistolenkönig
Jungschützenkönig – Schülerkönig

Seit dem Schützenfest 1999, wird jährlich mit der Gewerkschaft der Polizei und dem Weißen Ring an einem Schützenfesttag eine Benefiz Veranstaltung gefeiert; die etwas in die Jahre gekommenen Schützenfeste erhielten durch diese Zusammenarbeit neuen Schwung und für die Zukunft hofft man gemeinsam auf eine weitere positive Entwicklung der Feste. Mit großem Stolz beging die Schützengesellschaft Langelsheim im Jahr 2006 mit vielen Gästen aus Nah und Fern das 100 jähriges Jubiläumsfest.

Gruppenbild

Gemeinsam wird im Jahr 2016 das 1000 jährige Bestehen der Stadt Langelsheim und der 110. Geburtstag der Schützengesellschaft Langelsheim gefeiert.
Mögen auch zukünftig die Freude und der Erfolg bei der Ausübung des schönen Schießsports und die Harmonie untereinander das Wesen der Langelsheimer Schützengesellschaft bestimmen. Und geben wir der Hoffnung Ausdruck, dass es auch zukünftig immer Schützenschwestern und Schützenbrüder gibt, die Verantwortung übernehmen und die Langelsheimer Schützengesellschaft in eine friedvolle Zukunft führen.

Text und Bilder: Peter Knocke


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